Im Sommer wird nicht nur die Kleidung leichter und luftiger, auch Ihre Hautpflege sollte sich der wärmeren Jahreszeit anpassen. Achtung: Nach so langer Zeit „im Dunkeln“ – langärmelige Kleidung und wenig UV-Exposition – werden plötzlich große Flächen wie Oberarme und Dekolleté der UV-Strahlung ausgesetzt. Bereiten Sie Ihre Haut schonend auf den Sommer vor.

Jede Haut benötigt eine spezielle Pflege, die der jeweiligen Lebenssituation angepasst werden muss. Die richtigen Pflegeprodukte sind abhängig vom Hauttyp sowie vom Hautzustand. Der Hauttyp ist anlagebedingt und ändert sich nicht, während der Hautzustand variabel ist. Durch trockene Heizungsluft oder interne Faktoren wie Krankheit und Stress kann unsere Haut beeinflusst werden. Voraussetzung für die optimale Wirkung eines Pflegeprodukts ist eine gründliche Reinigung, um überschüssiges Fett und abgestorbene Hautschüppchen zu entfernen und die Haut für die Wirkstoffe der Hautpflege „frei“ zu machen.
Für einen strahlenden Teint lohnt es, sich einmal pro Woche ein Peeling und eine Gesichtsmaske zu gönnen. Für sensible Haut sind parfumfreie, schonende Zubereitungen zu empfehlen.

Vitamin D und Sonne tanken

Damit unser Körper genug D-Vitamine bildet, reicht es aus 2- bis 3-mal pro Woche Gesicht, Hände und Arme unbedeckt und ohne Schutz der Sonne auszusetzen. Also gleich ab nach draußen. Apotheker mahnen zur Vorsicht: UVB-Strahlen verursachen Sonnenbrand, und UVA-Strahlung lässt unsere Haut rasch altern. Sie sollten die Mittagshitze sowie lange Sonnenbäder eher meiden.
Ihr Apotheker hält Sonnencremes, Lotionen und Sprays in sehr guter Qualität mit unterschiedlichen Lichtschutzfaktoren (LSF) bereit.

Unterstützung von Innen

Schutz für die Zellen

Nahrungsergänzung mit Betacarotin, Zink und Selen tragen zur Gesunderhaltung der Haut bei. Antioxidantien wie Vitamin-E helfen mit, die Entstehung freier Radikale zu bremsen. Sie bereiten die Haut auf die Sonne vor und bieten eine schützende Wirkung gegen schädliche UV-Strahlen auf zellulärer Ebene. Allerdings sollten Sie mit der Einnahme immer schon einige Wochen vor dem Urlaub bzw. der erhöhten Strahlenbelastung beginnen und während der Sonnenexposition fortsetzen. Sie ersetzen nicht die Sonnenpflege.

Lichtschutz

Die Haut kann sich gegen Strahlenschäden nur begrenzt schützen z. B. durch Pigmentierung (Bräunung) und Verdickung der Hornhaut. Zu den vermeidbaren Lichtschäden zählen Sonnenbrand, eine geschwächte
Immunabwehr, Lichtdermatosen, Faltenbildung, Augenschäden und
Hautkrebs. Verwenden Sie immer ein Sonnenschutzmittel, das vor UVA- und UVB-Strahlen schützt. Wichtig für die Auswahl des passenden Sonnenschutzmittels sind der individuelle Hauttyp und die Strahlungsintensität. Menschen mit empfindlicher, heller Haut sollten einen LSF von 30, 50 oder 50+ wählen.

Bestimmen Sie Ihren persönliche Hauttyp

HauttypEmpfindlichkeitKennzeichenMerkmaleEigenschutzEmpf. LSF
Typ IExtrem sonnenempfindlichRothaarig, helle Haut & Augen, SommersprossenKeine bis geringe Bräunung, wird leicht rot5–10 Min.50+
Typ IISonnenempfindlichBlond, blauäugig, helle Haut

Geringe, langsame Bräunung, ungeschützt oft Sonnenbrand10­–20 Min.30–40
Typ IIINormal sonnenempfindlichBrünett, hellbraune Haut, Augen dunkelgrau oder braunNur manchmal Sonnenbrand, schnelle Bräunung20–30 Min.20–30
Typ IVWeitgehend sonnenunempfindlichDunkelhaarig, Haut oliv bis dunkelbraun, braune AugenSelten Sonnenbrand, tiefe und schnelle Bräunung30–40 Min.20

  • Vermeiden Sie unbedingt einen Sonnenbrand, um das Risiko einer späteren Hautkrebserkrankung minimal zu halten.
  • Das Sonnenschutzprodukt sollte einen zum Hauttyp passenden UV-Filter aufweisen.
  • Erwachsene sollten ungefähr drei Esslöffel Sonnencreme auftragen und regelmäßig nachcremen.
  • Meiden Sie besonders die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr!
  • Beachten Sie den UV-Wert. In den Bergen, am Wasser, am Strand und im Schnee ist die UV-Strahlung intensiver.
  • Kinderhaut ist sehr empfindlich. Schützen Sie die Kleinen vor der direkten Sonne und vor Sonnenbrand.
  • Sowohl Kinder als auch Erwachsene sollten schützende Kleidung, eine Sonnenbrille und eine Kopfbedeckung mit Nackenschutz tragen.


Zielgruppen mit speziellem Bedarf

  • Kinder sind besonders anfällig für akuten Sonnenbrand, da die Eigenschutzmechanismen nur unvollständig ausgeprägt sind. Die Sonnenschutzmittel sollten einen hohen LSF aufweisen, extra wasserfest sowie ohne Duft- und Konservierungsstoffe sein.
  • Trockene Haut reagiert empfindlicher auf äußere Einflüsse als normale Haut. In diesem Fall sollten Sie lipidhaltige und feuchtigkeitsspendende Produkte verwenden.
  • Fettige Haut schätzt lipidarme Cremes, Lotionen, Gele und auch alkoholische Lösungen.
  • Neurodermitis-Haut profitiert oft von UV-Bestrahlung, benötigt aber hohe Schutzfaktoren, vorzugsweise farbstoff- und parfümfreie Produkte mit hohem Lipidanteil

Sonnenbrand

Bei Sonnenbrand helfen kühlende Lotionen und fettfreie Cremes. Aloe Vera-Gele haben sich bewährt. Bei sehr starkem Juckreiz können auch lokale Antihistaminika eingesetzt werden. Die Sonne muss unbedingt für einige Tage gemieden werden. Auch kühlende Umschläge mindern die Schmerzen. Thermalwasserspray, das im Kühlschrank aufbewahrt wird, kann die Spannungsgefühle der verbrannten Haut ebenfalls lindern und wirkt zusätzlich entzündungshemmend.

Sonnenallergie

Bei der Sonnenallergie (Polymorphe Lichtdermatose) handelt es sich um eine Hauterkrankung, die durch UVA-Strahlen verursacht wird. Sie tritt vor allem am Beginn der Badesaison auf, wenn sich die Haut noch nicht
an die intensive Sonnenbestrahlung gewöhnt hat. Nach erster intensiver Sonnenbestrahlung kommt es zu sehr stark juckenden Hautausschlägen an Halsausschnitt, Oberarmen, Handrücken, Oberschenkeln und seitlichen Gesichtspartien. Vorbeugend hilft daher am besten ein langsames Gewöhnen an die UV-Strahlen und ein ausreichend hoher Sonnenschutz, vor allem auch mit hohem UVA-Schutz. Sowohl Sonnenschutzpräparate als auch andere Hautpflegeprodukte sollten frei von Duft- und
Konservierungsstoffen sowie Emulgatoren sein. Am besten eigenen sich Hydrogele. Gegen den Juckreiz helfen lokale oder orale Antihistaminika.

Insektenstiche

Gele mit beruhigenden Kamillenextrakten oder Essigsaurer Tonerde verschaffen Linderung. Gele, die ätherische Öle wie Menthol,Thymol oder Kampfer enthalten, bewirken ein kurzfristiges Kältegefühl. Calcium reduziert Juckreiz und Quaddelbildung auf der Haut, indem es die Gefäßdurchlässigkeit senkt, die durch Histamin ausgelöst wird. Bei sehr starkem Juckreiz können Gele mit einem Antihistaminikum Abhilfe schaffen. Problematisch können so genannte Sekundärinfektionen sein, sie treten häufig nach Bremsenstichen auf. Hier helfen antiseptische Wundsalben, bei starken Infektionen ist aber auf jeden Fall ein Arzt zu Rate zu ziehen.

Hyaluron versorgt die Haut mit Feuchtigkeit

Pflegeprodukte mit Hyaluronsäure versorgen die Haut intensiv und lang anhaltend mit Feuchtigkeit. Sie wirken auf die Epidermis, indem sie Fältchen mit sofortiger Wirkung auffüllen.

Viel Trinken

Insbesondere im Sommer bei heißen Temperaturen trocknet der Körper schneller aus, und die Haut leidet darunter. Idealerweise trinkt man im Sommer täglich etwa zwei bis drei Liter Wasser oder ungesüßten Tee. Die Flüssigkeit sorgt für eine gesunde und elastische Haut.